Zweites Seminar: Komplexe und Komplexmuster erkennen und erfahren

In unserem zweiten Seminar widmen wir uns der Erforschung von Komplexen und Komplexmustern. Der Begriff „Komplex“ findet zwar in der Alltagskommunikation Verwendung, indem wir sagen, „jemand hat einen Komplex“ oder auch „Komplexe“, einen Selbstwertkomplex, einen Mutter- oder auch Vaterkomplex – diese Verwendung interessiert uns hier allerdings weniger. Der Begriff wurde maßgeblich in der Tiefenpsychologie (nach C. G. Jung) geprägt.

Ein „Komplex“ bezeichnet die Kopplung verschiedener Sinnes- und Wahrnehmungselemente und ist immer emotional aufgeladen. Handeln Menschen im Sinne ihres Komplexes, dann handeln sie automatisiert und berechenbar. Viele psychotherapeutische Schulen haben einen eigenen Begriff für das, was Tiefenpsychog*innen als Komplexe bezeichnen: So nutzt man in der systemischen Therapie den Begriff „Muster“ in ähnlicher Weise. In der Gestalttherapie spricht man von „Gestalten“, in der Schematherapie von „Schemata“ und manche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sprechen auch von Programmen, die zumeist wie Algorithmen dysfunktional in immer gleicher Weise unser Leben bestimmen.

In diesem Seminar werden wir praktisch und erfahrbar erforschen, welche Komplexe unser Leben beeinflussen, ohne dass uns dies bewusst ist. In der Regel haben wir erst dann die Möglichkeit, zu erfahren und zu erleben, was uns bestimmt, wenn wir an die Grenzen unserer Muster stoßen – so beschreibt es die systemische Therapie/ Familientherapie. Daher sind Konflikte und konflikthafte Situationen in Beziehungen und auch in der Sexualität der eigentliche Motor unserer Entwicklung. Wir erfahren, dass wir an unsere Grenzen stoßen und dass unsere innere Landkarte nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt und sehen uns daher gezwungen nachzubessern.

In diesem Seminar wollen wir diese Muster, diese Komplexe und Komplexepisoden identifizieren und erfahrbar machen. Dazu vermitteln wir Methoden, die in späteren Paar- und Einzeltherapeutischen Sitzungen anwendbar sind. Beispielsweise haben wir hier einige Inspirationen aus dem Improvisationstheater aufgenommen.

Eine unserer wichtigsten paartherapeutischen Methoden hatten die Teilnehmer*innen bereits im ersten Seminar am eigenen Leib erfahren. In diesem Seminar nun werden wir differenziert vermitteln, wie damit ganze paartherapeutische Sitzungen gestaltet werden können.

Stichworte zum Inhalt:

Komplexe, Komplexepisoden, Tiefenpsychologie nach C. G. Jung, Muster, Beziehungsmuster, Systemische Therapie/ Familientherapie, Gestalttherapie, Schematherapie, Beziehungsdynamische Methoden, paartherapeutisches Setting